… mehr als Papier!

Liebe Studierende der Sozialen Arbeit, liebe Praktiker*innen und Theoretiker*innen. Ihr seid alle adressiert. Wenngleich ich mich hier auf den Bereich Studium der Sozialen Arbeit fokussieren werde:

Ihr nutzt wie selbstverständlich Apps und Tools zur Kommunikation, Kollaboration und Koordination. Natürlich auch zum Verfassen von Arbeiten (Bachelor- oder Masterthesen, Projektarbeiten etc.): Themenfindung, Literaturrecherche, Schreibprozess(e). Und das nach hoffentlich hohen Standards: gezielt, methodisch-systematisch, kritisch, reflexiv sowie intersubjektiv nachvollziehbar.

Die Arbeiten werden (soweit mir bekannt) häufig noch auf Papier und allenfalls zusätzlich in digitaler Form abgegeben und eingereicht. Und dann?

💥 Achtung: Geteiltes Wissen wird nicht durch das Teilen weniger

Ein paar Denkanstöße:

  • Wissen wird durch Teilen (Verfügbarmachen) nicht weniger
  • Gedanken sind häufig schon gedacht; nur noch nicht laut (also öffentlich)
  • Wem gehört Wissen? Und woher kommt dieses Denken?

Um es greifbarer zu machen:

Du hast Dich intensiv mit einem Thema/Themenkomplex auseinandergesetzt. Und das nach hohen Standards (soweit das in dieser Form möglich ist). Deine Betreuer*in ist mit Dir im besten Fall hierüber im Austausch und benotet das so entstandene schließlich. Und dann?

1 Dein Wissen ist für mehr Menschen interessant, als für Dich und die Betreuer*in: Manchmal ist ein Vorschlag, diese in einem Kurz-Artikel in einer der Fachzeitschriften der Sozialen Arbeit einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Du wirst hierfür kein Geld bekommen, aber an Deiner Reputation arbeiten (z.B. für eine Karriere in der Wissenschaft). Ein anderer Gedanke wäre: Kannst Du die Kernaussagen in einer anderen Form zur Verfügung stellen?

2 Ist das gedruckte Papier mehr wert als digitale Träger? Meiner bescheidenen Meinung nach: nein! Natürlich sind bei Verlagsprodukten bestimmte Qualitätssicherungen vorgeschaltet. Das hat mitnichten etwas mit dem Trägermedium zu tun. Beispiel: FQS – Forum Qualitative Sozialforschung.

… warum nicht?

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zu deinem Gegenstand erstellen?

Soziale Arbeit als solidarisch kollaborativ-lernende angewandte Wissenschaft

In einem experimentellen Papier warf ich folgende Fragen auf:

Wie wird derzeit Theorie- und Handlungswissen innerhalb der Sozialen Arbeit erstellt, weitergegeben und genutzt? Wo finden sich die Konzeptionen und weitere Daten zu erfolgreich evaluierter Projekte (zur Adaption/Skalierung/Weiterentwicklung)? Welche Quellen bieten Beschreibungen von konkreten Methoden (Methodenwissen) und Konzepten inklusive den dafür notwendigen Ressourcen?

Welche Software wird zu welchen Bedingungen mit öffentlichen Geldern für Handlungsfelder Sozialer Arbeit entwickelt und wo kann diese bezogen werden? Wo finde ich hilfreiche Informationen für die Arbeit (bspw. um einen Förderantrag zu schreiben)? Wie und wo werden neuere Ideen publiziert und diskutiert? Wo findet ein Austausch über diese und andere Fragen statt?

… und weiter:

Meiner Beobachtung nach, unterliegt „die“ Soziale Arbeit derzeit in den diversen Ausprägungen vermehrt den Denkmustern der marktwirtschaftlichen Verwertbarkeitslogiken, sowie dem Wettbewerbsgebot. Aus anderen Bewegungen/Strömungen gibt es bedenkenswerte Anregungen für neue Ansätze der (kollaborativen) Informationserstellung, -weitergabe und -nutzung (ändern, erweitern, adaptieren etc.). Zu nennen wären bspw. Open Access, Open Educational Resources (OER), die Modelle der Creative Commons Lizenzen.


Und nun Ihr! Was hindert Euch? Was bräuchtet Ihr, damit ihr „Euer“ Wissen aufbereitet und teilt? Was fehlt? Gibt es Ängste?

Schreibt gerne einen Kommentar oder diskutiert andernorts.

Veröffentlicht von Benedikt Geyer

"Soziale Arbeit und Medien" ist mein Herzensthema. Ideen dazu verblogge ich und spreche darüber mit Expert*innen im Podcast IWMM - Irgendwas mit Menschen.

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