SozialCamp 2019 – Doku (Teil 2)

… nach eher allgemeinen Beobachtungen zum SozialCamp 2019, hier also nun Teil 2 mit der Dokumentation einzelner Sessions.

Die Dokumentation:

  1. Ben zu dem Kinderbuch Lotta und Klicks
  2. Eva zu Online-Beratung und Open Source (folgt später)
  3. Georg und Sabine zu „Agile Geschäftsführung“ … die Einladung zum Tanz (Revisited) mit Sabine und Hannes (Verweis auf Artikel von Sabine)
  4. (M)einer Kreativ-Session zu „Geschichte(n) schreiben“

Ben zu Lotta und Klicks

Das oft beschriebene Gefühl des SozialCamps als Art “Klassentreffen” ist gleich bei der ersten Session für mich greifbar. Ben, den ich aus unterschiedlichsten Kontexten kenne und schätze, stellte in seiner Session das Buch “Lotta und Klicks” vor, bzw. nutzte dies als Anlass über Präventionsansätze in den Austausch zu kommen.

Montagmorgen bei Lottas Familie: Alle trödeln herum, Papa muss dringend noch E-Mails beantworten – und drückt Lotta und ihrem kleinen Bruder Lukas so lange das Smartphone in die Hand. Nicht mal Familienhund Klicks kann die beiden ablenken, so vertieft sind sie in die digitale Welt. Über Homeoffice und Smartphone-Beschäftigung vergessen alle die Zeit. Nur Klicks nicht. Als sie dann doch noch, kurz vor knapp, in die Kita fahren, passiert es: Klicks geht verloren! Wie finden sie den Hund nun wieder? Lotta ist untröstlich. Kann da eine App auf Papas Handy helfen oder braucht es dafür etwas anderes?

Lotta und Klicks – Teasertext / Verlag

Mir lag das Buch schon physisch vor und Ben nahm schon früh auf diversen Kanälen seine Follower* mit auf die Entstehungsreise des Buches. So konnte man schon früh erste Skizzen von Stefanie Messing (der Illustratorin) bewundern, oder erfuhr, dass Schlecky Silberstein ein Vorwort beisteuerte. 

Was mich aber neben der “Embedded”-Berichterstattung der Entstehung (was im übrigen natürlich ein super Marketingeffekt haben kann) sehr gefreut hat: Ben blieb offen für Irritationen. Die ersten Zeichnungen trudelten ein und wir gingen in den Austausch. Irgendwann fragte ich Ben einfach, ob in seinem neuen Buch denn auch Kinder im Rollstuhl oder Kinder mit dunkler/schwarzer Hautfarbe zu sehen sein. Waren sie nicht! Bis dahin. 

Screenshot aus Instagram/Web-Oberfläche: Links ist eine Zeichnung eines Mädchens* im Rollstuhl zu sehen. Ein Bleistift reicht in das Bild hinein. Darüber ist der Hashtag #SKETCHING. Auf der rechten Seite: Das Profil von benjaminwknfss. Der Begleittext: Bei eurem tollen Feedback zu meinem ersten Kinderbuch, kam die Nachfrage auf, ob wir such Diversität abbilden werden? Guter Impuls, @benedikt_geyer ... here we go. (Illustration: @kleinerwolf77) #lottaundklicks

Niemand muss sich jetzt hierfür auf die Schultern klopfen! Es geht mir lediglich darum das Phänomen des “irritierbar bleiben” mit Euch zu teilen, welches kombiniert mit einem solch frühen „Einbeziehen“ in Entstehungsprozesse viele Entsprechungen innerhalb Prozesse Sozialer Arbeit finden könnte.

In der Session stieg Ben mit einer kurzen Erzählung zur Entstehung und einer Passage aus dem Buch ein. Dabei kombinierte er sein Vorlesen mit Illustrationen aus dem Buch in einer Präsentation. Soweit also der Aufhänger. Die anschließende Diskussion mit allen Beiträgen und Diskussionssträngen sind nur schwer wieder zu geben.

Was bei mir noch arbeitet:

  • Prävention muss nicht unbedingt als solche erkennbar sein (im Buch steht für Lesende* klar das Abenteuer von Lotta im Vordergrund). 
  • Die im Buch beiläufig als Gesprächsanlässe eingebauten Elemente (Mediennutzung zulasten anderer Lebensbereiche), lassen Freiheit in dem “ob” und der Art der Thematisierung/Problematisierung.
  • Der “pädagogische/moralische Zeigefinger” macht keinen guten Eindruck und verhindert Gesprächsbereitschaft
  • Blick Sozialprofessioneller* auf andere Lebenswelten ist oft (nur) defizitorientiert (“Die Eltern/Erziehungsberechtigten, die es nötig hätten, sind genau die, die eh nicht zu dem Elternabend kommen…”) – die daraus abgeleiteten Aufträge/Folgerungen oft mit viel Macht versehen und ohne klare Auftraggebende oder selbstkritische Frage nach Passungen der Angebote.
  • Generell sollte sich die Soziale Arbeit mit dem “Geschichten Erzählen (Storytelling)” auseinandersetzen

Sabine und Georg zu Agiler GF* und … Einladung zum Tanz

… wunderbar. Ich spare mir an dieser Stelle die Doku und verweise auf:

Kreativ-Session zu „Geschichte(n) schreiben“

… nach einem Einstiegs.txt der genauso spontan entstanden ist, wie die Idee diese Session anzubieten, gingen wir in der Gruppe in den lockeren Austausch über „Geschichte(n) erzählen“ und was das mit Sozialer Arbeit zu tun haben kann. Spannend: Mit welchen Erwartungen/Ideen die Teilgebenden* in der Session saßen.

Letztlich wurde der Raum geöffnet, sodass jede*r für sich Texte/Geschichten in 15 Minuten aufschreiben konnte…

Kermit der Frosch aus der Muppet Show haut wild in die Tasten einer alten Schreibmaschine.
Quelle: giphy.com

… und was kam da nun bei raus? Tja. Für diese Einheit versuchte ich das Setting so zu definieren:

  • Das Schreiben ist eine Einladung (solche kann man ablehnen!)
  • Alles bleibt im Raum (kein! Twittern, Fotografieren etc.)
  • Keine Rückmeldungen auf Texte, wenn diese geteilt wurden in der Session (natürlich im Anschluss an die Einheit möglich, wenn von beiden gewünscht).

Was neben den Redebeiträgen im Vorfeld (Geschichten und Soziale Arbeit?) und den je beeindruckenden Texten für mich (be)merkenswert ist: a) die dezidiertere Auseinandersetzung mit Geschichten und deren Erzählungen in unterschiedlichen Arten, sowie Kontexten steht für mich noch aus, b) das Setting klären ist enorm wichtig um „angstfreie Räume“ annähernd herstellen zu können, und dennoch nicht immer für alle einlösbar, c) Arbeit an und mit Geschichte(n) braucht Raum und Erlaubnis.

… und Open Source?

Jap. Auch dazu gab es eine Session. Doch hierfür möchte ich mir entsprechend Zeit zur Doku und „Unterfütterung“ geben. Darüber hinaus frage ich Menschen an, mit mir gemeinsam diese zu verfassen 😉 Bis dahin: Beitrag zu Öffentliches Geld, Öffentlicher Code hören.

Stay tuned und Danke!

Veröffentlicht von Benedikt Geyer

"Soziale Arbeit und Medien" ist mein Herzensthema. Ideen dazu verblogge ich und spreche darüber mit Expert*innen im Podcast IWMM - Irgendwas mit Menschen.

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